Donnerstag, 9. April 2015

Hörbuch-Rezension: Selbstporträt mit Flusspferd - Arno Geiger

Über das Hörbuch


Autor: Arno Geiger
Sprecher: Armin Nümm
Spieldauer: 467 Minuten [ungekürzte Lesung]
Erscheinungsdatum: 6. Februar 2015
Verlag: HörbuchHamburg
ISBN: 9783899039221

Inhalt [Klappentext]


"Julian ist zweiundzwanzig, mit der Trennung von Judith kommt er nicht klar, obwohl er sie gewollt hat. So übernimmt er in Professor Behams Garten die Pflege eines Zwergflusspferds, das bald den Rhythmus dieses Sommers bestimmt: es isst, gähnt, taucht und stinkt. Julian weiß, das Zwergflusspferd will ihm etwas sagen. Doch er ist abgelenkt von Aiko, der Tochter des Professors, in die er sich ernsthaft verliebt. Was aber, wenn das Zwergflusspferd einen Platz für den Winter gefunden hat? Wenn Aiko zurückgeht nach Paris?
Arno Geiger erzählt vom Jungsein, von der Suche nach dem, was wichtig ist, von der Suche nach einem Platz in der Welt."


Meine Meinung


Auf dieses (Hör-)Buch bin ich aus drei Gründen gekommen. Zum einen liegt das Buch bei uns im Laden und wurde bisher von keinem meiner Kollegen gelesen. Außerdem kommt der Autor im Mai zum Bücherfest nach Tübingen. Und zuletzt musste ich über den Titel schmunzeln und wollte wissen, was da wohl für ein Buch dahinter steckt.
Tja, das es bei mir mit dem Lesen gerade etwas schwierig ist und ich meine Zeit gern mit Hörbüchern fülle, habe ich euch ja erst vor Kurzem erzählt. Ich habe mir also das Hörbuch besorgt und gleich damit begonnen.
Armin Nümm war mit vor dem Hören noch kein Begriff, seine Stimme klingt aber sehr angenehm und hat, wie ich finde, ganz hervorragend zu dem Buch gepasst. Er klingt einfach jung, und bei einem 22-jährigen Protagonisten ist seine Stimme einfach ideal!
Ich habe so manches Mal meine Probleme mit Julian gehabt, fand seine Art zu handeln unverständlich, konnte seine Gedanken nur schwer nachvollziehen und habe mich des Öfteren gefragt, ob er das, was er tut und sagt, ernst meint. Seine Vorstellungen vom Leben fand ich sehr ungewöhnlich und habe oft damit zu kämpfen gehabt. Er hat Probleme in Sachen gesehen, die für mich selbstverständlich waren. Ich konnte mich einfach nicht so ganz mit ihm identifizieren. Allerdings konnte ich auch bis zum Ende nicht herausfinden, woran das lag - nur daran, dass Julian eben ein männlicher Hauptcharakter ist, oder ob ich einfach ein Problem mit seiner Einstellung habe.
Trotzdem war es, bis auf einige kleinere Stellen, sehr spannend. Denn auch wenn ich mich nicht so ganz mit ihm identifizieren konnte, wollte ich doch wissen, was ihm als nächstes passiert.
Ebenfalls sehr anziehend hat das Flusspferd auf mich gewirkt. JA. Es gib wirklich. Ein. Flusspferd.
Und so hat es nicht lange gedauert und die fast 8 Stunden waren schnell zu Ende und das Hörbuch ausgehört.

Fazit


Es war ein gutes Hörbuch, das mich sehr gut unterhalten hat. Armin Nümm hat dem Hörbuch eine tolle passende Stimme verliehen. Das Buch war gut, aber eben nicht überragend. Das gewisse Etwas hat gefehlt und zwischendurch war es ein bisschen langatmig. Dennoch gibt es hier eine Hör- bzw. Leseempfehlung für alle, die auf der Suche nach einer Geschichte über das Erwachsenwerden, Liebe und der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt sind.

Der Sprecher bekommt: ❀❀❀❀

Das Buch bekommt: ❀❀❀

Insgesamt bekommt das Hörbuch von mir:

❀❀❀❀

Kommentare:

  1. Lieben Dank ;) und Liebe Grüße, Adam Nümm

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  2. Tena koe, Nadine.
    Junge Männer um die Zwanzig und alte Männer um die Siebzig können etwas in seltsamen Eigenarten, nach außen hin wirken. Jetzt nicht grundsätzlich, aber wenn Situation auf Seelenzustand trifft, dann kommt eine eigenartige Blüte zu ihrem Vorschein.

    Ich denke nicht, daß man/frau sich immer wie grundsätzlich mit der zentralen Figure einer Geschichte identifizieren können muß. Manchmal ist es auch nur die Konfrontation mit dem Element des persönlich Fremden. Vergleichbar vielleicht mit den Maori, die zum ersten Mal den Engländern am Strand begegneten. :-)

    bonté

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    1. Hallo lieber Robert,
      ich finde deine Assoziation heute äußerst interessant! Natürlich muss man sich nicht immer mit den Protagonisten identifizieren können, aber wenn man das Gefühl hat doch so gar nichts gemeinsam zu haben, dann macht es das Lesen (oder Hören) für mich schon etwas schwerer.

      Viele Grüße,
      Nadine

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