Samstag, 10. November 2012

Rezension: Lycidas

Über das Buch

Autor: Christoph Marzi
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2004
Seitenzahl: 859
Verlag: Heyne
ISBN: 9783453530065

Inhalt [Klappentext]


"Als die kleine Emily eines Nachts Besuch von einer sprechenden Ratte erhält, weiß sie, dass nichts in ihrem Leben so bleiben wird, wie es einmal war. Nicht, dass sie ein gutes Leben in dem kleinen Waisenhaus in einem Armenviertel Londons führen würde. Doch dass sie auf der Suche nach dem Geheimnis ihrer Herkunft eine phantastische Stadt unter den Straßen Londons entdecken würde und schon bald von den seltsamsten Wesen verfolgt wird – das hätte sich Emily selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ausgedacht."


Meine Meinung

Lycidas gehört, wie viele Bücher in meinem Regal, zu denen, die ich mir wegen des Covers ausgesucht habe. Das Cover ist zwar nicht sehr ausgefallen, ich finde es aber doch sehr ansprechend. Zum einen sieht es ein bisschen wie eine "Schauergeschichte" aus, zum anderen mag ich London einfach gern :D
Gesehen, gekauft. Und natürlich gelesen.
Obwohl Klappentext und Cover mir gut gefallen haben war ich doch von der Seitenzahl und der Schriftgröße ziemlich abgeschreckt.
859 Seiten sind nicht gerade wenig und eigentlich könnte man gute 3 Bücher in der Zeit lesen.... Und dann war die Schrift meiner Meinung nach ziemlich klein, aber nichtsdestotrotz habe ich gelesen.
Und es hat mir wirklich gut gefallen.
Christoph Marzi hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der schon zu Beginn sehr vielversprechend ist. Durch Wiederholungen und prägnante Aussagen ergibt sich ein Netz von Verknüpfungen, es gibt unglaublich viele Charaktere, aber keiner wird vernachlässigt. Jeder Charakter hat seine Tiefe, seine Ziele und seinen Sinn. "Es gibt keine Zufälle!" und "Fragen Sie nicht!" werden zu geflügelten Worten und finden ständig einen Platz. Marzi erschafft in diesem Buch auch viele Kreaturen, wie Hymenopteras, Rattlinge und viele, viele mehr.
Ein bisschen verwirrend und schleppend war es an einigen Stellen, denn leider hat oft nur der Alchemist Wittgenstein die Ereignisse nacherzählt. Manchmal wäre es sicher spannender gewesen, wenn einer der Protagonisten sie selbst geschildert hätte oder wir "dabei gewesen wären".
Zum Glück war das Buch in 3 kleinere Teile (Bücher) unterteilt. Sie haben das Geschehen zeitlich geordnet und das Ende eines Buches war doch auch immer eine kleine Verschnaufpause. Die war bei den Vielen Ereignissen und Personen manchmal auch wirklich wichtig.
Schön fand ich, dass es in dem Buch genug Platz für viele Gestalten aus Legenden und Mythen gegeben hat. So kämpfen Lucifer, Lilith und Anubis gegen Golems und den Nyx, gefallene Engel erzählen vom großen Träumer (oder Schöpfer), Adam, Eva und die Schlange aber auch der Pairidaezas  Stock (der Baum, der uns allen aus dem Paradies bekannt ist) bekommen eine ganz neue Rollen und Selbst Lykantrophen und Arachniden finden ihrer Platz in dieser wahrlich fantastischen Geschichte.

Fazit

Lycidas ist ein Buch, bei dem ich nicht 100%ig sagen kann, wie es mir gefallen hat. Ich finde Marzis Interpretationen der alten Legenden und Mythen einfach großartig, ich mag seinen Schreibstil, aber manchmal war es doch etwas langatmig. Viele Wendungen und Offenbarungen waren absehbar, andere einfach nur verwirrend, aber dennoch hat das Buch eine wirklich tolle Grundidee. Auch gut finde ich, dass die Fantasie eine große Rolle spielt und dass viele(definitiv nicht alle!!!) der Plätze im Buch auch in Wirklichkeit zu finden sind. Wie gesagt bin ich etwas unentschlossen, aber ich muss sagen, trotz aller Verwirrung, die im Laufe des Buches aufgekommen ist, hat sich doch so ziemlich alles geklärt bis auf die Frage "Was ist schon gut und was ist böse?" Lediglich solche philosophisch anmutenden Fragen quälen mich noch immer - auf eine positive Weise - und eigentlich freue ich mich schon jetzt auf den zweiten Band.
❀❀❀❀

Das solltet ihr nicht versäumen

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